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Generationenmodell

Das Generationenmodell ist ein gewachsenes und gelebtes Modell.
Generationenmodell
Das Sozialzentrum Altach ist ein Ort für Menschen, die vorwiegend in unserem Dorf oder in der Region geboren werden, hier aufwachsen, leben, arbeiten und alt werden. Es ist ein Raum, der die Geborgenheit der Familie auf die Gemeinschaft hin erweitert: Die Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche und ihre Eltern, an Familien, an alte oder pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige. Das Generationenmodell ist ein gewachsenes und gelebtes Modell. Es umfasst die Bereiche des Sozialzentrums nämlich das Pflegeheim, den Kindergarten und die Kinderbetreuung, den Jugendtreff sowie die externen Einrichtungen Volksschulklasse (im selben Gebäude) und Hauptschule. Ausgehend von der Beschäftigungsgruppe des Pflegeheims unter der Leitung von Elsbeth Fleisch werden Kontakte geknüpft.
 
Kernstück des Generationenmodells ist die Volksschulklasse, welche sich im selben Gebäude wie das Pflegeheim befindet. Unter der Leitung der Lehrerin Evi Wohlgenannt hat sich aus einer Platznotsituation ein sehr lebendiges Stück Integration entwickelt. Auf der einen Seite spielen die spontanen täglichen Kontakte zwischen Volksschüler/-innen und Bewohner/-innen in den Unterrichtspausen eine wichtige Rolle. Auf der anderen Seite geplante Projekte wie z.B. das Projekt „Ich habe einen alten Freund/eine alte Freundin im Sozialzentrum“. Dabei haben die Schüler/-innen die „Betreuung“ von Heimbewohner/-innen übernommen im Sinne regelmäßiger Kontakte durch Spazieren gehen, Spielen, Gespräche führen, Briefe schreiben und ähnlichem. Da die Schüler/-innen über den kompletten Zeitrahmen von vier Volkschuljahren dieselben Bewohner/-innen betreuen, werden zum Teil sehr intensive Kontakte gepflegt. Nicht selten „sprengen“ diese den Rahmen des Projekts – Bewohner/-innen werden privat von Familien eingeladen, manchmal auch noch nach Abschluss der Volksschule.
 
Die Volksschulklasse sorgt des Weiteren noch für Rahmenprogramme bei Festen wie Nikolausfeier, Weihnachtsfeier oder Faschingsfeier.
 
Der Bereich Kindergarten & Kinderbetreuung umfasst die Kindergärten mit verschiedenen Standorten und die Kinderbetreuung im Kinderhaus. Gemeinsame Veranstaltungen mit der Kinderbetreuung unter der Leitung von Alfred
Bargetz haben bereits Tradition wie z.B. in der Vorweihnachtszeit ein gemeinsam organisierter Basar. Die Bewohner/-innen des Pflegeheims und die Kinder der Kinderbetreuung basteln und backen z. gemeinsam die Produkte, welche sie beim Basar
verkaufen.

Im Verlauf des Jahres gibt es immer wieder Kontakte bei Turnstunden, Bastel- und Spielnachmittagen aber auch bei Besuchen der Heimbewohner/-innen im Garten des Kinderhauses. Jedes Jahr hat einer der vier Kindergärten (Leiterinnen Ulrike Konrad, Maria Knapic, Barbara Buschauer und Verena Samson) einen Schwerpunkt zum Thema „Jung und Alt“. Beginnend mit einer Hausführung werden dann regelmäßig gemeinsame Veranstaltungen gemacht. Dabei steht die spielerische Komponente im Vordergrund. Gemeinsame Bastel- und Spielnachmittage sowie Turnstunden werden durchgeführt.
 
Nach dem Motto „Qualität vor Quantität“ sind die Kontaktpunkte zwischen Jugendlichen des Jugendtreffs „Replay“ mit dem Leiter Stefan Sandholzer und den Bewohner/-innen des Pflegeheims organisiert. Bei den Veranstaltungen steht der Dialog im Vordergrund. So wurde z. B. eine Veranstaltung mit dem Titel „Freizeitgestaltung früher und heute“ organisiert. Die Jugendlichen haben dabei einen selbst gedrehten Film präsentiert und anschließend wurde in einer großen Runde über die Unterschiede zu früher gesprochen. Weiters werden vom Jugendtreff sporadisch Seniorencafes angeboten.
 
Ein klassisches Beispiel für einen gewachsenen und gelebten Teil des Generationsmodells stellen Kinder von Mitarbeiter/-innen und Besucher/-innen dar. Eingebunden in die laufenden Aktivitäten des Alltags spielen diese eine nicht unwesentliche Rolle vor allem wenn es um die Akzeptanz des Generationenmodells bei Mitarbeiter/-innen und Besucher/-innen geht. Aspekte zum Thema Nutzen des Generationenmodells
 
Der Fokus der folgenden Betrachtung ist eindeutig auf die Sicht des pflegebedürftigen Menschen im Heim und dessen Umwelt gerichtet. Über den Nutzen für Kinder und Jugendliche kann an dieser Stelle nur auf positives Feedback der
Mitarbeiter/-innen aus diesen Bereichen verwiesen werden. Aus der Sicht der Heimbewohner/-innen sollte zunächst der Aspekt der „Normalisierung“ der Heimsituation angesprochen werden. Viele Menschen kommen aus Familien und sind gewohnt, mehrere Generationen an einem Tisch zu haben. Durch regelmäßige Kontakte mit denselben Personen ergibt sich auch die Möglichkeit, Beziehungen aufzubauen. Gespräche mit Kindern fördern ein Erinnern, was sich speziell bei verwirrten Menschen positiv auswirken kann. Durch gemeinsame Aktivitäten von Jung und Alt wird der Heimalltag unterbrochen – gelegentliche Konflikte wegen Lärm sind eher selten und stellen auch eine „Normalität“ dar.
 
Die meisten Angehörigen betrachten das Generationenmodell als Bereicherung mit hoher gesellschaftlicher Akzeptanz. Das Sozialzentrum als Ort der Begegnung wird dadurch offen womit einer Gettoisierung vorgebeugt werden kann. Aus der Sicht der Mitarbeiter/-innen steht vor allem die steigende Attraktivität des Arbeitsplatzes durch mehr Abwechslung im Vordergrund. Die Pflegemitarbeiter/-innen können agieren und nicht nur reagieren und es besteht die Möglichkeit mehr über
die zu pflegenden Menschen zu erfahren. Ein nicht zu unterschätzender positiver Aspekt ist, dass das in der Öffentlichkeit nicht immer gute Bild der Pflege verbessert werden kann. Über das „Vehikel“ Kinder können Pflegethemen besser
transportiert werden.
 
Ein gewachsenes und gelebtes Projekt setzt motivierte, kompetente und kreative Mitarbeiter/-innen voraus. Entscheidend aus Sicht der Leitung ist, allen Beteiligten klare Rahmenbedingungen zu schaffen und sie innerhalb diesen autonom arbeiten zu lassen.
 
Christine Sila MsC, Pflegedienstleiterin und Koordinatorin
des Generationenmodells
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